Zwischen Fachbegriffen, Fonds und Finance Bros entsteht schnell das Gefühl, dass Investieren nur etwas für Menschen ist, die in ihrer Freizeit Wirtschaftsbücher auswendig lernen. Vielleicht braucht das Thema deshalb einen alltagsnäheren Einstieg. Wie wär’s zum Beispiel mit Sternzeichen?
Für kreative Menschen wie mich, die in der Oberstufe weinend über Mathehausaufgaben sassen, wirkt das Thema Investieren ungefähr so greifbar wie ein spontanes Mathematikstudium. Ja, Investieren ist wichtig, für mich aber auch einfach absurd komplex (und irgendwie auch etwas langweilig. Nein? Nur ich? Okay).
Nachdem mich ein (mittlerweile ehemaliger) Arbeitskollege bereits in der dritten Mittagspause in Folge über sein investiertes Kapital zugetextet hatte und mir vom ewigen Augenrollen langsam die Augäpfel wehgetan hatten, beschloss ich, mich nun doch mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Im Moment liegt mein Geld unangetastet auf einem Sparkonto, dreht Däumchen, legt Staub an, züchtet einen Sauerteig, you get the picture. Um es in den Worten von Mellody Hobson, einer der bekanntesten Investorinnen und Finanzmanagerinnen der USA, auszudrücken: «The biggest risk of all is not taking one.» In dem Sinne: Wir gehen rein.
Laila Bosco ist Texterin, Fotografin und Content-Creatorin aus Luzern. Mit Notizbuch im Rucksack und Kamera in der Hand streift sie am liebsten durch die Gassen der Altstadt, entlang des Vierwaldstättersees oder über die Alpwiesen der Zentralschweiz.
Finanziell selbstbestimmt zu sein, bedeutet für sie, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen: wie sie ihr Geld verdient, wofür sie es ausgibt und wo sie es langfristig anlegt. Immer im Einklang mit dem, was sie persönlich und beruflich voranbringt.
Mehr von Laila: www.laila-schreibt.ch
Aller Anfang ist schwer
Wie so oft wende ich mich für knifflige Fragen an die weiseste Quelle, die ich kenne. Nein, nicht meine Mutter (sorry Mamma, ich frage dich schon noch zu diesem Thema), sondern an den Tech-Riesen mit dem blau-rot-gelb-grünen Logo.
Ich tippe «investieren» ins Google-Suchfeld und schliesse beim Wort «Rendite» direkt wieder den Browser. «Warum tue ich mir das eigentlich an?», denke ich mir. Gleichzeitig weiss ich aber auch: Irgendwann muss ich mich diesem riesigen, undurchsichtigen Endgegner stellen.
Also – Google wieder auf. Ich scrolle an Werbeanzeigen vorbei und klicke mich durch Leitfäden, Checklisten, Blogbeiträge und Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Natürlich lasse ich auch die hiesigen KI-Modelle nicht ungefragt und stelle «Chattie» ein paar uninspirierte Fragen zum Thema Investieren, während ich genüsslich meinen Iced Matcha Latte schlürfe.
Der Genuss ist nur von kurzer Dauer. Bei meinen digitalen Abenteuern in fremden Gefilden begegnen mir immer wieder Begriffe, bei denen sich mir instant die Nackenhaare aufstellen: Dividenden, Aktienfraktionen, Zinseszinsen und weiss der Gugger was sonst noch alles. Ich schliesse Google wieder. Und lasse es fürs Erste auch geschlossen.
Ein paar Erkenntnisse später
Irgendwann, ich weiss nicht mehr, ob es Stunden oder Tage waren, blicke ich etwas klarer durch den Dschungel des Investierens. Und ich muss zugeben: Soooooo unmöglich und unverständlich ist der ganze Wumms doch nicht.Damit ihr euch nicht ebenfalls in Indiana-Jones-Manier Macheten schwingend durch diesen Urwald aus Fremdbegriffen kämpfen müsst, habe ich euch hier ein paar Learnings zusammengefasst:
Learnings
Learning 1: Du kannst dein Geld in ganz unterschiedliche Dinge investieren. Aktien, Fonds, Immobilien, Kryptowährungen, Edelmetalle oder sogar Kunst und Luxusuhren. Am besten investierst du aber immer zuerst in dich selbst, Zuckerschnecke ✨
Learning 2: Das Ziel beim Investieren ist eigentlich ziemlich simpel: Am Ende möchtest du mehr Geld haben, als du ursprünglich eingezahlt hast. Dieser Gewinn nennt sich – Achtung Fachbegriff – «Rendite».
Learning 3: Je höher die möglichen Gewinne, desto grösser ist meistens auch das Risiko. Manche Anlagen schwanken stärker, andere eher weniger. Setze deshalb nicht alles auf ein Pony, sondern investiere dein Geld in verschiedene Anlagen (= Diversifikation).
Learning 4: Investieren ist kein Sprint, sondern ein Marathon (ja, ich weiss, anstrengend). Wer investiert, sollte seinem Geld Zeit geben und nicht bei jeder kleinen Krise sofort nervös verkaufen. Kursschwankungen sind ganz normal. Genau deshalb sollte man sein Geld über mehrere Jahre arbeiten lassen (= langer Anlagehorizont).
Learning 5: Viele denken, man brauche zum Investieren extrem viel Geld. Dabei kann man heute oft schon mit kleinen Beträgen starten, ohne zuerst die linke Niere verkaufen zu müssen. Selbst 100 Franken pro Monat können langfristig einen Unterschied machen.
Learning 6: Nicht jede Person investiert gleich. Manche gehen gerne Risiken ein, andere möchten möglichst auf Nummer sicher gehen. Deshalb gibt es verschiedene Anlagetypen.
Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, wie man eigentlich herausfindet, welcher Anlagetyp man ist. Je mehr Hirnschmalz ich in diese Frage investiere (😉), desto mehr erinnert mich das Ganze an die BuzzFeed-Quiz aus den 2010er-Jahren: «Welcher Celebrity ist dein Soulmate?» – jetzt halt als erwachsene Version mit Aktien statt Boybands.
Was dein Sternzeichen über deinen Anlegertyp verrät
Wo Anlagetypen sind, sind Persönlichkeitstypen meistens nicht weit entfernt. Und wo sich Persönlichkeitstypen tummeln, warten die Sternzeichen eigentlich schon um die Ecke.
Darum habe ich beschlossen, den eher unkonventionellen Weg der Astrologie einzuschlagen und meinen Anlagetyp kurzerhand vom Sternzeichen abzuleiten. Ich meine, gewisse Menschen brauchen ihr Sternzeichen sogar, um ihren Partner oder ihre Partnerin auszuwählen oder sich für einen Job zu entscheiden. Warum also nicht auch beim Investieren einen Blick in die Sterne werfen?
Man reiche mir die Glaskugel.