Demis Alfayate – auf Social Media auch bekannt als «Vagaboom» – hat seinen Traum in die Realität umgesetzt. Der Schweizer lebt komplett frei und unabhängig von gesellschaftlichen Erwartungen und Normen – derzeit in Mexiko.

«Den Schweizer in mir bin ich nie ganz losgeworden», gesteht Demis lachend. Und dies, obwohl er ein Leben lebt, wie es sich hierzulande wohl nur wenige vorstellen können. Wir haben ihn in Mexiko erreicht, dort ist er derzeit mehr oder minder sesshaft. Die letzten Jahre war der Zürcher allerdings viel unterwegs, mal zu Fuss, mal mit dem Velo, mal allein, mal zu zweit. Meist ohne Ziel, ohne grosse finanzielle Sicherheiten, ohne Job – aber stets selbstbestimmt und glücklich.

Dabei hatte vor zwölf Jahren seine berufliche Laufbahn bei einer Grossbank ziemlich konventionell begonnen. Als Private Banker holte Demis damals die Berufsmittelschule nach. Der Grundstein für eine erfolgreiche Karriere war gelegt. Doch irgendwas behagte ihm nicht. Und so sparte er, kündigte seinen Job – und buchte sich ein One-Way-Ticket nach Hongkong. Für viele überraschend, für ihn die beste Entscheidung seines Lebens. Oder wie er selbst sagt: «Ich ging auf eine Weltreise, die bis heute anhält.»

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Es folgen Reisen in Länder wie China, Kambodscha, Neuseeland, Kuba, Ecuador oder Kolumbien. In Mexiko trifft er 2012 per Zufall seine Jugendliebe Nancy wieder, spürt erneut Schmetterlinge im Bauch, zieht dennoch weiter, da sie noch mitten im Studium steckt. Demis ist weiter angetrieben von seiner Entdeckungslust, erkundet fremde Kulturen, arbeitet als Taglöhner. «Alles, was ich erleben durfte, hat mich zu dem geformt, was ich bin», so Demis über seinen selbstbestimmten Lebensweg.

2014 gibt es ein weiteres Wiedersehen mit Nancy, diesmal auf Ibiza und die beiden verlieben sich vollends. Als Nancy nach Mexiko zurückkehrt, entschliesst sich Demis, die Welt künftig per Velo zu bereisen. Mit seinem Velo fährt er nach Madrid, fliegt von dort nach Cancún und fragt Nancy, ob sie ihn heiraten und auf seiner abenteuerlichen Lebensreise begleiten will. Sie sagt «Ja» – und noch am Hochzeitstag geht das Abenteuer weiter.

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Freiheit bedeutet für mich, von meiner Leidenschaft leben zu können.

Dazwischen: Tausende Kilometer und reihenweise überraschende Wendungen und einzigartige Erlebnisse. «Wir trafen unendlich viele spannende Menschen. Besonders imponiert haben mir etwa die Selbstversorger in Alaska», so Demis. Und obwohl es bisweilen ein Leben von der Hand in den Mund ist («ich war ziemlich sauer, als uns einmal ein paar Grizzly-Bären das Essen stahlen»), geniesst er nicht nur die gewonnene Freiheit, sondern weiss auch mit Geld umzugehen. «Finanzielle Zuversicht ist mir wichtig – materieller Reichtum nicht», sagt der überzeugte Weltenbummler.

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«Ich schaue stets, dass wir ein wenig auf der Seite haben. Wir gehen nie volles Risiko ein, auch wenn das komisch klingen mag. Und selbst auf clevere Investitionen wollte ich nie ganz verzichten.» Manchmal arbeiten die beiden als Barkeeper, ein andermal auf einer Obstplantage: Das verdiente Geld wird für die Zukunft angelegt und es wird nur so viel ausgegeben, dass es reicht, um damit sicher zum nächsten Zielort zu gelangen.

Demis’ Existenz könnte selbstbestimmter nicht sein; Freunde aus der Schweiz beneiden ihn – und in den sozialen Netzwerken wächst seine Follower-Gemeinde dank unterhaltsamer Videos rund um seinen ungewöhnlichen Lebensstil und seine Reisen rasant an. Inzwischen folgen seinem und Nancys gemeinsamen Account auf Instagram rund 400 000, auf YouTube sogar 1,27 Millionen Fans. «Selber zu entscheiden, was man tut und wo man lebt – das ist Freiheit. Und eben dieses Gefühl merkt man mir wohl an», so Demis.

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Die Schweiz werde ich immer im Herzen tragen.

Zur gelebten Freiheit und so viel Selbstbestimmung gehört derweil auch, ein gestecktes Ziel einmal nicht zu erreichen und neue Wege zu gehen. So kommt es, dass die gemeinsame Velotour nach zwei Jahren fürs Erste unterbrochen wird. Auf Wunsch von Nancy beschliessen die beiden, vorerst an einem Ort zu bleiben. Denn: Sie wollen ein gemeinsames Kind. Zu dritt ist das Liebesglück vorerst vollkommen.

Bereut hat Demis seinen unkonventionellen Weg noch nie. Und auch wenn er aktuell ein Haus baut, schliesst er nicht aus, dass die unendliche Reise, das ewige Erkunden, in Zukunft weitergeht. Bloss eine langfristige Rückkehr in die Schweiz schliesst er aktuell aus. In Mexiko fühlt er sich schlicht und einfach freier.

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Der Schweizer Demis Alfayate (33) ist in Zürich-Albisrieden als Sohn einer italienischen Mutter und eines spanischen Vaters aufgewachsen. Heute wohnt Demis mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind in Mexiko und finanziert sein Leben mit Online-Videos und seiner Kunst.

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