Aufgewachsen ist sie Mitten auf einer Kaffeeplantage in Ostasien. Kein Wunder hat sie eine besondere Beziehung zum beliebten Heissgetränk. Nach ein paar Jahren in der Hotellerie und dem Eventmanagement, eröffnete Matilda Fässler ein Café in der Zentralschweiz - mit Kaffeebohnen von der eigenen Plantage. Neben dem Kaffee spielt die Selbstbestimmung eine Hauptrolle in Matilda’s Leben.

Wenn sie von Kaffee spricht, leuchten ihre blauen Augen. Für sie ist es nicht einfach irgendein Heissgetränk, sondern das wohl spannendste Heissgetränk der Welt. Schon als kleines Kind kam Matilda Fässler mit Kaffee in Berührung. Ihre Eltern wohnten damals auf einer Kaffeeplantage in China. Und damit waren sie die Allerersten, die in China Kaffee anbauten.   

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Der Vater hatte bereits Erfahrung mit Kaffee-Anbau. Nach seinem Landwirtschaftsstudium in Bern war er nach Tansania ausgewandert, um dort eine Kaffeefarm zu übernehmen. Auf dieser Farm lernte er dann auch Matilda’s Mutter kennen - eine dänische Touristin, welche gleich dablieb. Aufgrund spezieller Umstände in der damaligen Zeit, wanderte das Paar schliesslich nach China aus, um dort die landesweit erste Kaffeefarm aufzubauen.  

Kaffee sollte einen gewissen Preis haben, denn es steckt sehr viel Arbeit dahinter: Vom Pflücken der einzelnen Kaffeebohnen bis der Kaffee schliesslich in der Tasse landet, dauert es rund 4-5 Monate.
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Neustart in der Schweiz

Sie und ihr Bruder Lui seien deshalb «made in China», erklärt Matilda lachend. Die Umstände in China waren allerdings auch nicht gerade rosig, deshalb packte die Familie ihr Hab und Gut zusammen und zog in die Schweiz.

Matilda absolvierte hier die Hotelfachschule und arbeitete schliesslich mehrere Jahre in Bars und Hotels, in der Schweiz und auch in Tansania. Auch im Eventmanagement war sie tätig: Im Londoner Wembley Stadion. Doch ihre Liebe zum Kaffee war stärker. Deshalb eröffnete sie in Zug ihr eigenes Lokal ‘Kahawa Café & Roastery’. 

Von unserer eigenen Kaffeeplantage in Tansania exportieren wir pro Jahr zwischen 120 und 150 Tonnen Kaffee – und zwar in die ganze Welt.
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Was Matilda dabei besonders gefällt: Sie ist ihr eigener Chef. «Ich habe die Freiheit, alles selbst zu bestimmen - vom Angebot, über das Design bis hin zur Mitarbeiterführung.».
Dabei spielt natürlich der Kaffee von der familieneigenen Farm in Tansania eine Hauptrolle. Ihr Sortiment umfasst aber natürlich noch vielmehr. Kaffeebohnen aus der ganzen Welt sind hier zu finden. Jede
einzelne Sorte durch die Chefin persönlich getestet.

Ohne Ethik geht nichts

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Etwas vom Wichtigsten ist für Matilda, dass der Kaffee nicht nur geschmacklich gut ist, sondern dass die Bohnen auch von Kaffeefarmen stammen, wo Ethik grossgeschrieben wird.

Zu wissen, woher der Kaffee stammt und durch welche Hände er geht, bevor er in der Tasse landet, ist für Matilda zentral. Das Konzept ihres Kahawa-Cafés heisst deshalb auch: «Vom Baum zur Tasse».

Sie möchte den Ländern, aus denen ihr Kaffee stammt, auch etwas zurückgeben und sorgt deshalb dafür, dass beispielsweise Schulen und Frischwasserversorgungen gebaut oder Regenwälder geschützt werden.

Und weil Kaffeesorten so individuell sind, wie der Geschmack jedes einzelnen Kaffeekonsumenten, hilft Matilda ihren Kunden dabei, die eigene Kaffee-Mischung zu kreieren.

Verschiedene Unternehmen hätten dieses Angebot schon für sich in Anspruch genommen. Individualität und Selbstbestimmung sind in der heutigen Zeit schliesslich gefragter denn je.

«Denn was gibt es Schöneres, als wenn man seinen Kunden einen Kaffee servieren kann, den es auf der ganzen Welt nirgends zu trinken gibt – da er eben selber kreiert wurde?».  

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Zuviel Kaffee macht auch mich schlaflos. Was dagegen hilft? Mein Geheimrezept heisst Brokkoli oder Kardamom-öl - bei mir wirkt das wahre Wunder.
Matilda Fässler

Ob in Tansania, in China oder in Grossbritannien - die Zeit im Ausland hat Matilda Fässler geprägt. Alles was sie in ihren bisherigen Jobs gelernt hat, fliesst nun in ihre Arbeit im eigenen Café. Natürlich trinkt sie selber auch einige Tassen am Tag - zu Hause allerdings jeweils Filterkaffee. Ihr grösster Traum ist es, ausserhalb von ihrem aktuellen Standort - dem Freiruum in Zug - eine Location zu finden, um ein Café zu betreiben mit Inhouse Roastery. Ein Ort, wo sie ihren Gästen neben dem weltbesten Kaffee auch einen Brunch und weitere Köstlichkeiten anbieten kann.

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Selbstbestimmt leben

Matilda kann sich nicht mehr vorstellen, ihr Leben fremdbestimmt zu gestalten. Sie liebt es, ihr eigner Chef zu sein und für ihre Kunden und ihre Mitarbeiter jeden Tag das Beste zu geben. Wie Selbstbestimmung das Leben bereichern kann, zeigen wir Ihnen sehr gerne und unterstützen Sie dabei in den unterschiedlichen Lebensphasen.

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